Und noch `ne neue......Rubrik!

 

Ich habe heute, 06.12.2015, einen Reisebericht von Harald erhalten, mit der Bitte, diesen auf meiner HP zu veröffentlichen.

Dieser Bitte hat mich veranlasst, meine HP um die Rubrik "Reiseberichte" zu erweitern.

 

Möchte der eine oder andere Leser seine Reiseerlebnisse hier veröffentlichen, immer her damit.

Einsenden bitte an: lobo.hb@t-online.de, ich freue mich darauf!

 

So und nun hier der Bericht von Harald:

 

Hallo  Lothar, 

hier wäre ein Beitrag für deine Rubrik. Es handelt von einer Reise ins ungarische Hinterland. Ein Russe (diesmal ohne Beiwagen) und ein Amy- Eisen gemeinsam auf Umwegen. Ich fahre meine M 72  Bj.1946 schon einige Zeit und habe keine Probleme seit der Überarbeitung. Ich habe einige Bilder von der Restaurierung auf der Homepage des OCWE.at unter der Schrauberecke eingestellt. Mein neues Projekt ist eine M62 von 1962 ex DDR Regierungsfahrzeug. Elektrisch habe ich keine Probleme, da ich meine Kabelbäume selbst stricke. Deine Homepage ist gut Übersichtlich und toll  gestaltet.     

Wünsche immer 1 cm Öl unter Maximum

LG

Harald Teufelauer

( Russenschrauber aus Leidenschaft)

 

          Ungarn Trip Juli 2015              

  - Eine Reise ans Ende der Welt -  

 

Die Idee entstand am Donnerstag in einem zwanglosen Gespräch, Attila wollte mal in Ungarn bei seinem Häuschen nach dem Rechten schauen und am Sonntag sind wir um 05:00 Uhr losgefahren. Es war heiss und die Wetterprognosen waren gut – heiss! die ganze nächste Zeit!
Harald: Ural     Bj. 1946
Attila HD Sporty    Bj. 1998

                                         Abfahrt in Eferding (05:00 OCWE)   
 

 

 

                                                                    07:20     1. Tankstop Mauthausen
 

 

                                                           Krems Frühstück  08:00, 0810 Nickerchen                 

Weiterfahrt nach Stift Göttweig  und  Alland. Das Navi sagte rechts abbiegen, wurde aber nicht erhört. Es folgte eine bösartige Anhaltung durch die Polizei und ihre Handlanger, dem Technischen Dienst ! Attila wurde 1 ½ Stunden „gefickt“, es hat ihm nicht gefallen. Es war so gut wie nichts an der Harley eingetragen. Harry und sein Russe waren „fast sauber“.
Nach Bekanntgabe des Reiseziels wurden wir gelinde gesagt „ausgelacht“ und durften – trotzdem – weiterfahren.

In Kottingbrunn Tankstop – Harry bricht den Hauptständer des Russen. Ab sofort ist die Ural „anlehnungsbedüftig“.

Eine angenehme Fahrt durch die Hügellandschaft Niederösterreichs, was Harry’s Russe besser verkraftete, als gedacht, verliess Attila’s HD in Müllendorf die Kraft.

 

                                                    Einrollen in eine örtliche Tankstelle und Fehlersuche

(gleich nach einem kalten Bier). ÖAMTC anrufen, warten, noch ein Bier trinken - Fehlersuche – Batterie kaputt!
Pol abgebrochen

 

 

                                                                                                       Harry‘ 

 

Gleich nach Verlassen des Pannenfahrers wurde ein Tankgast angesprochen, ob er eine Akkuschraubmaschine hätte, bzw. die dazugehörigen Spax Schrauben habe. Er überliess uns sein Hilti samt Koffer und ein gut sortieres Angebot an Schrauben. Die Batterie wurde mittels Mutter unter dem Batteriepol mit Spaxschraube erfolgreich repariert. Die hilfreiche Hilti und Spaxkoffer fanden schliesslich auch wieder zu rechtmässigen Besitzer.
 Anschliessend  Weiterfahrt.  Mittagessen im Gasthof „Grosshöfleiner Zeche“. Bei Klingenbach über die Grenze weiter nach Sopron.  

 

 

 

                                                                                      2. Tankstop

zum Glück konnte man sich wieder anlehnen. Kleines Bier - und weiter ging die Fahrt Richtung Csorna, Györ und dann weiter nach Komárom. Ab da sind wir dann mehr oder weniger immer an der Donau entlang bis Esztergom   gefahren.                             
 

 

 

                                                                                Basilika von Esztergom

 

Hier erwartete uns die lange angepriesene Csülök Csárda(übers.: Stelzen Schänke). Jeder eine gekochte Stelze mit Beilagen und kalte Sommerspritzer.

Mit vollem Magen fuhren wir weiter der Donau entlang über Visegrad nach Szentendre, unserem 1 Etappenziel. Das Navi führte uns, nachdem wir die Hausnummer unserer Pension nicht wussten, quer durch die

 

                                                                           „heilige“ Fussgängerzohne

Ein Erlebnis, das wir beide nicht missen möchten! Irene hatte den Auftrag eine Pension mit Swimmingpool zu finden, das Hotel Panzió 100 war ideal! Tolle Zimmer, guter Wein (im Pool) und ein super Frühstück.

2. Tag

Abfahrt Richtung Donau durch das Dorf Szigetmonostor, wo Attilas Familie gewohnt hat.

über die Szentendrei Sziget (Szentendre Insel) mit 2 Fähren  

 

 

 

Auf der Fähre von der „Határcsárda“ nach Szigetmonoster, dann auf der anderen Seite der Insel nach Göd, Hier durfte Harry den „geborgten“ Holzklotz aus feinster ungarischer Akazie das erste Mal als Hauptständer verwenden

          
                                          

 

 

 

 

                                                                                     Fähre nach Göd

schliesslich fuhren wir mit patriotischen Gefühlen auf unpatriotischen Strassen-verhältnissen Richtung Gödöllö, Sissis Sommerschloss in Ungarn.

 

 

 

 

Weiter über die Juwelen der ungarischen Landstrassen über Aszód nach Hatvan. Das Tagesziel war Jászberény, wo wir für die nächsten 2 Nächte in der Pension Sólyom gut unter-gebracht waren.    

        
        
                                          

 

                                                                                         Sólyom panzió     
                                                                                                                         
Von hier unternahmen wir noch am gleichen Tag eine Besuchsfahrt in das Dorf Jászszentandrás, wo Attila ein kleines Bauernhäuschen besitzt, in dem seine Schwägerin vorübergehend wohnt.

                    
                              

 

                                                                                  Hilfe, der Russe kommt!

In Jászberény, wir haben uns nur kurz bei der Schwägerin aufgehalten, haben wir uns örtliche Thermalbad verzogen und unsere „Wunden“ geleckt. Natürlich bei einem Super tollen Essen und reichlich Wein dazu. Jetzt war endlich auch Harrys Russe dran! War aber nur die Lampenhalterung, die sich aufgelöst hat. Aber nichts was man mit 2 Kabelbindern nicht wieder „heilen“ könnte.

Für das jährliche Bikertreffen in Jászszentandrás vom „Tyre Feeders Mc“ waren wir leider eine Woche zu früh dran.

 

 

 

                                                               Das Wasser in diesem Becken hat 38°

Am Weg zum „Pühl“ ist Harry dann ausgerutscht und hat sich ganz übel den Vorfuss verletzt. Am Abend haben wir uns dann in der Pension den Magen vollgeschlagen. Leider mussten wir dann um 22 Uhr uns aufs Zimmer verziehen, denn in der gesamten Stadt ist um 22 Uhr Zapfenstreich. Wir haben den Wein dann am Zimmer weiter getrunken.

Am nächsten Tag haben wir dann einen Ausflug zum Theiss See gemacht. Ziel war eigentlich eine Rundfahrt um den See,
aber das ist dann am nächsten Tag den katastrophalen Strassenverhältnisen zum Opfer gefallen, kapitulierten vor der Hitze und nahmen im Pool Zuflucht (die üblichen Getränke…)  

 

 

 

 

 

                             Diese Brücke hätte uns mit dem ca. 30 minütigen Warten eigentlich schon
                                     vorwarnen sollen… Eisenbahn/auto (etc.) Brücke über die Theiss

 

 

                         so sind wir im Hotel „Ezüst Horgony“ (Silberner Anker) in Kisköre angekommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                 Hotel Ezüst Horgony

Das Mittagessen war sensationell, das Abendessen weniger. Dazwischen ein paar Stunden am hoteleigenen Pool, mit kalten Getränken und viel Sonne. Ach ja, Sonne – davon hatten wir die letzten Tage reichlich. Nie unter 35 Grad im Schatten, 57 Grad Asphalttemperatur und ein sengend heisser Pusztawind

 

 

 

 

 

 

 

  Wir haben dann beschlossen zuerst die Ural auf Alexander den Grossen, kurz Alexej zu taufen. Der hierfür verwendete Schnaps war einfach ungeniessbar.

 

 

Die folgende Nacht war dann Attilas Nacht des ultimativen Schreckens - Harry wiederum konnte sich nicht beklagen. Die gepriesene Klimaanlage hat leider nur heisse Luft verströmt und das Bett war bei Harry gleich beim ersten Schlafversuch kollabiert (er hat es dann repariert, eh kloa), bei Attila haben die  

wenigen spitzen Sprungfedern Folter Erinnerungen geweckt.

 

 

                                                                        sieht besser aus als es war

 Der Morgen wurde dann um 05 Uhr mit Starten der Motoren und einem demonstrativen „Warmlaufen“ der Motoren eingeläutet.
Man beachte den technisch perfektionierten Hauptständer der Ural

 

 

Abfahrt Richtung Budapest, alle Register der Kunst waren gefragt auf den Juwelen der ungarischen Strassenbaukunst. Wieder zurück wie gehabt, Jászberény, Hatvan und Gödöllö. In Gödöllö haben wir nach einem kurzen Zwischenstop in einer typisch ungarischen Würstelbude ( von denen es früher Millionen gab und die wirklich gut waren, die aber leider im kapitalistischen Wohlstand ausgestorben sind), Kraft getankt und sind dann herumgeirrt, weil das Navi wiedermal nicht wollte, die Leute sich nicht wirklich einig in der Richtung waren und überhaupt!

Wir haben dann mehr oder weniger durch Zufall einen üblen Feldweg( die meisten Flicken am Asphalt seit dem Theiss See) gefunden, der am Hungaroring entlang führte (es war einer von zwei Zufahrten zum Juwel der ungarischen Rennstrecke vor dem Grand prix wenige Tage später)

Wenige Kilometer später waren wir wieder auf bekanntem Territorium und fuhren durch Fót  Richting Fähre in Göd. Wieder über die Fähre und durch Szigetmonostor über die halbe Insel nach Tahitótfalu, wo eine Brücke über die „kleine“ Donau führt. Von da ab wieder Richtung Esztergom. Nach der Brücke bei Tahitótfalú streikte die Harley. Sie fuhr scheinbar nur mehr auf  2 „Haxn“.

An der letzten Tanke vor Esztergom war dann Schluss. Harry hat aber bald herausgefunden, dass sich nur der Stecker zum Zündkabel losgerüttelt hat.  Kurzer Zwischenstop bei der Basilika und weiter geht es über die Brücke nach der Slowakei(Sturowo). Von jetzt an fahren wir über die slowakischen Strassen bei sengender Hitze (38° im Schatten, 57° Asphalt) Richtung Bratislava.

Auf der 63-er vor Kutniky/Töböréte endlich eine Shell Tanke, wo wir nicht nur tanken konnten, sondern auch die üblichen Getränke nachtragen durften. Anschliessend gestärkt Richtung Grenze.

 

                                                          In Samorin war dann eine Biker Kneipe
 

 . . . in der wir Zwischenstop vor der Grenze gemacht haben. Nach den üblichen Erfrischungs-getränken wollten wir weiter fahren. Falsch gedacht! Attilas Harley wollte plötzlich nicht mehr anspringen. Es war wohl doch die Batterie, die nach 4 tagen den Geist aufgegeben hat.
Eine freundliche Nachbarin hat Attila zum „örtlichen Biker Store“ gefahren, aber nachdem die keine geladene Batterie vorrätig hatten, kam er wieder zurück. Harry hat inzwischen auf „wundersame Weise die Batterie reanimiert (war nur am Pol etwas korrodiert)

Einer Weiterfahrt Richtung Bratislava stand nun nichts mehr im Wege. In Bratislava liess das Navi wieder zu wünschen übrig, aber die Beschilderung brachte uns schliesslich doch wohlbehalten nach Österreich.

Irene war mal wieder aktiv und hat eine Unterkunft (mit Swimming Pool ) ausfindig gemacht. Wir fuhren also über Hainburg, wo wir zu Abend gegessen haben, Richtung Göttlesbrunn. Die ersehnte Unterkunft mit Heurigem und Swimmingpool erhoffend. Aber wir fanden dort eine unfreundliche Weibsperson, einen Tisch mit grosskotzigen Ausländern und keinen Wein vor.
Beim Versuch noch eine Flasche Wein dort zu bekommen, sind wir auf Granit gestossen. Sind dann aber zu einem Heurigen marschiert, der uns gnädig aufgenommen hat. Am nächsten Morgen – die Nacht war heiss, ohne Klimaanlage (und der Pool war nur Familienangehörigen zugänglich) – fuhren wir um 5 Uhr Morgens wieder ab.

Die A4 brachte uns nach Fischamend, weiter in der Morgensonne über  Korneuburg nach Stockerau. Dort hat sich Harry das erste Mal überreden lassen, das kurze Stück bis Tull die Autobahn zu benützen. Wir waren das herumirren auf unbeschilderten österr. Strassen einfach leid. Bei Tulln fahren wir wiedermal über die Donau, die uns in unserem Urlaub schon oft begleitet hat. In Zwentendorf beschleichen uns nostalgische Gefühle und deshalb bleiben wir auch dort nicht stehen, sondern fahren weiter bis zur Brücke nach Krems.

 

 

                                                                         Unsere Schatten fahren uns voraus

Ein örtliches Radrennen, das sich dem Ende zuneigt, versperrt kurzfristig den Weg. Aber schon bald kann Harry wieder sein geliebtes Caffeè in Krems wiedersehen.

Ein spätes Frühstück genehmigen wir uns noch. Die Kellnerin war ganz verwundert uns schon wieder zu sehen. Der Gast mit den roten Socken war auch sonst ein „bunter Vogel“. . . zahlen und schon machen wir uns auf Richtung Wachau.

 

 

                                                                                 Kaffee Krems

Ab Spitz/D. sah es dann nach Regen aus, der uns dann immer nur kurz nass machte. Bis uns dieses Spiel zu blöde wurde und wir das Regenzeug übergestreift haben. Natürlich hörte es kurz darauf wieder auf. Erst beim letzten Tankstop in Mauthausen hat Attila sein Regenzeug runtergerissen.  

 

 

 

 

Die - übrigens  grauslichen -  Würstel dauerten fast 45 Minuten, bis wir sie dann doch endlich bekamen.

Von da weg war es nur noch ein Katzensprung bis ins heimatlich Eferding, bzw. nach Wackersbach.
Von einigen Kleinigkeiten abgesehen, ein tadelloser Ausflug, den wir Beide nicht missen möchten

Reise:     ca. 1.900km
Ankunft:     11:15
Dauer:    Sonntag 12. bis Donnerstag 16.Juli
Ölverbrauch Ural M72: täglich 0,5 Liter
Bierverbauch: 2 Liter täglich
Gespritzte:     15 täglich
Gelsen/Wespenstiche: unzählige

                           
(und sogar der alte Audi war noch da)

 

 

Tja Männer,

was gibt es schöneres als mit `nem guten Kumpel bis ans "Ende der Welt" zu fahren?  

Habt ihr super gemacht!

Der "Alexej", immerhin 52 Jahre älter als die Sporty, hat sich  wacker geschlagen und kann es durchaus mit den "Jüngeren" aufnehmen.

 

Jungs, ich danke euch für diesen tollen Reisebericht und wenn ihr mal an die Küste fahrt, kommt vorbei,

wir holen die Taufe nach. Bei mir ist das Taufgetränk genießbar!

 

Gruß aus Bremen

Budelmann



Hier ein Link auf eine Seite mit ganz tollen Reiseberichten.


https://kahlgryndiger.wordpress.com


Danke, Kahlhyngrinder!


 

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